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Grenzen der Anwendbarkeit von Drahtankern für die Verankerung der Vormauerschale an einer Hintermauerschale aus Kalksandhohlblocksteinen oder Hohlblöcken aus Beton oder Leichtbeton

Grenzen der Anwendbarkeit von Drahtankern für die Verankerung der Vormauerschale an einer Hintermauerschale aus Kalksandhohlblocksteinen oder Hohlblöcken aus Beton oder Leichtbeton

Leitung:  Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ludger Lohaus
Team:  M. Sc. Tobias Schack
Jahr:  2017
Förderung:  Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt)
Laufzeit:  18 Monate

Bei zweischaligem Mauerwerk werden in Deutschland für die Verankerung der Vormauerschale an der Hintermauerschale, sofern diese im Dickbettverfahren mit Normalmauermörtel mit einer Fugendicke von ca. 12 mm hergestellt wird, häufig Drahtanker Durchmesser 3 mm, 4 mm oder 5 mm verwendet. Der Einbau ist in DIN 1053-1, Bild 9, DIN EN 1996-1-1/NA, Bild NA.9 bzw. DIN EN 1996-2/NA, Bild NA.D.1 dargestellt (vgl. Abbildung 1). Die Verankerung funktioniert bei üblichen Ziegeln, Kalksandvollsteinen und Vollblöcken aus Beton oder Leichtbeton sehr gut. In Auszugsversuchen werden bei maximal 1 mm Schlupf regelmäßig Auszugswerte > 1,0 kN erreicht. Bei Kalksandhohlblocksteinen und bei Hohlblöcken aus Beton oder Leichtbeton verringern sich die Auszugswerte, je nachdem, wie weit aus der darüber versetzten Steinlage Löcher über den eingemörtelten Ankern liegen.

In Deutschland werden neben Vollsteinen vorwiegend Steine der Steingruppe 2 nach DIN EN 1996-1-1, Tabelle 3.1, also gelochte Steine verwendet, wobei die Grenzen der Lochung und der verbleibenden Stegdicken allerdings sehr weit gefasst sind.

 

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, über entsprechende Versuchsserien die Grenzen der Anwendbarkeit der Drahtanker insbesondere hinsichtlich Steinart und Lochung festzustellen und einen Vorschlag für eine Korrektur bei den Anwendungsgrenzen der Bauart in DIN EN 1996-1-1/NA zu erarbeiten.